Was ist Moderation?

Menschen suchen ganz verschiedene Dinge, wenn sie bei mir anfragen. Zum Beispiel: "Kannst du unsere Jahresfeier moderieren?", "Wir möchten unseren Ausbilderinnen und Seminarleitern dabei helfen, ihre Trainings auch online zu moderieren."

 

Aus solchen Anfragenden sollen begeisterte Kund*innen werden. Dafür hat es sich bewährt, sicher zu stellen, dass wir über das Gleiche sprechen, wenn wir "Moderation" sagen. Der Begriff Moderation ist nicht geschützt und eine allgemein akzeptierte Definition gibt es auch nicht.

 

Deshalb möchte ich hier darüber schreiben, was ich meine, wenn ich auf dieser Webseite, in meinen Moderationstrainings und als Moderator von Moderation spreche.

Moderation im Allgemeinen

Der Ursprung des deutschen Wortes "Moderation" liegt im lateinischen "moderor" (mäßigen, zügeln, lenken, leiten, ...), womit offensichtlich bereits die alten Römer zwei Bedeutungen verbanden:

  • zum einen das Ausgleichen oder Glätten von extremen "physikalischen" Werten wie der Geschwindigkeit des Segelschiffs, der Tonhöhe eines Instruments oder der Nahrungsaufnahme,
  • zum anderen aber auch den auf die zwischenmenschliche Kommunikation übertragenen Sinn: ein Gespräch leiten, einen Staat anführen, Bestimmungen über Religion treffen.

So gibt es auch heute in der (vorwiegend naturwissenschaftlichen) deutschen Sprache viele Beispiele, in denenen ein Moderator ein "Dämpfer" im technischen Sinn ist. Diese Bedeutung können wir hier außer Acht lassen.

Unterhaltungsmoderation

Die meisten Menschen denken bei Moderation spontan an Personen, die im Radio, im Fernsehen oder bei Veranstaltungen ein Gespräch lenken oder zumindest die Kommunikation vermitteln. Dabei gibt es eine große Bandbreite - vom bloßen Ansagen des nächsten Musiktitels bis zur Führung eines tatsächlichen Gesprächs in einer Talkshow.

 

Beim "Lenken von Gesprächen" gibt es jedoch einen wesentlichen Unterschied zwischen der Moderation vor einem Publikum under Moderation eines Teams. Dieser Unterschied liegt in den verschiedenen Zielen, die diese Veranstaltungen haben.

 

Gespräche (oder auch nur einzelne Beiträge) vor einem Publikum werden moderiert, um das Publikum zu unterhalten. Dabei ist es durchaus zielführend, dass sich die Gesprächspartner im Konflikt trennen und ihre unterschiedlichen Standpunkte manifestiert haben.

Moderation als Methode der Gruppenkommunikation

Das Ziel der Moderation einer Guppe von Menschen ist ein gemeinsames Ergebnis. Es soll etwas Neues geschaffen werden. Das können ganz verschiedene Dinge sein: Innovationen, Strategien, Konfliktlösungen, Prozesse, Regeln, ...

 

In meinen Moderationstrainings und auf meiner Webseite dreht sich alles um diese "Gruppenmoderation". Die Gelegenheiten, die moderiert werden, können ganz verschiedene sein: Workshops, Teamsitzungen, Klausuren, Tagungen und auch Retrospektiven, Design Sprints oder Online-Meetings.

 

Dabei ist der Kern immer der gleiche: Es wird etwas geschaffen, das es vorher noch nicht gab. In der Regel lädt man die Teilnehmer*innen bewusst ein, weil nur sie gemeinsam das Ergebnis überhaupt erreichen können.

Und wenn das alles nicht so genau passt?