Die sieben Säulen der persönlichen Autorität

Die erfolgreiche Moderatorin bedient sich der persönlichen Autorität. Diese ist eher ein Ausdruck der Beziehung und nicht Amtsautorität („Rollen-Macht“ des Moderators) oder Sachautorität (Fachkompetenz).

 

Wie komme ich als Moderator nun zu so einer „persönlichen Autorität“?

 

Man muss sie erwerben und erhalten. Sie ist kein fester Status. Die Teilnehmer nehmen Autorität kontinuierlich wahr, testen und interpretieren sie.

 

Persönliche Autorität basiert im Wesentlichen auf 7 Säulen:

 1 - Kommunikation

Vor allem bei Unsicherheiten, aber auch in Statussituationen und Positionskonflikten sind „klare Ansagen“ gefragt. Sie signalisieren Autorität: „Hallo, ich führe hier durch den Prozess!“ Das erfordert zugewandte Kommunikation, beim Wesentlichen zu bleiben, auf den Punkt zu kommen. Und auch, einen Punkt zu machen: „Punkt. Pause. Zuhören.“


2 - Zeit und Geschwindigkeit

Der souveräne Moderator hat Zeit und nimmt sie sich. Er bewahrt die Ruhe, kommt aber auch selbst zur Ruhe und sorgt für Ruhe. Er bewegt sich langsam, betont und bewusst. In hitzigen Situationen verlagert er den Fokus. „Darüber reden wir später. Jetzt bitte ich Sie, diese Frage zu beantworten“

 

3 - Beziehung und Kontakt

Autorität ist Beziehung und lebt von der Beziehung. Aufgabe der Moderatorin ist es, aktiv in Beziehung zu gehen. Den Kontakt mit Sprache und Blickkontakt herzustellen und zu erhalten, mitzufühlen und Interesse am Gegenüber zu zeigen.

 

4 - Präsenz

Das bedeutet, wirklich da zu sein – körperlich und mental, unangestrengt und fokussiert auf die Teilnehmer und den Prozess.

 

5 - Respekt

Autorität zeigt sich im Respekt, der Anerkennung gegenüber jedem einzelnen Teilnehmer. Die Moderatorin geht mit ihrem Respekt in Vorleistung und fordert dann auch Respekt ein.

 

6 - Regeln und Konsequenzen

Produktive Workshops erfordern Vereinbarungen und Regeln. Diese dürfen jedoch kein Selbstzweck und sollten immer gemeinsam vereinbart sein. Die Verantwortung für die Einführung von Regeln liegt beim Moderator, ebenso trägt er die Verantwortung dafür, dass Konsequenzen tatsächlich erfolgen.

 

7 - (Gemeinsame!) Werte

Sie sind die Legitimation für Autorität: Ohne Werte keine Führung. Der erfolgreiche Moderator lebt Integrität vor, hält sich selbst an Werte und Regeln.